Zum Workshop

Thema

Gegenwärtig ist eine Reihe von Phänomenen zu beobachten, die eine je spezifische Thematisierung und Aufführung der eigenen Person und des eigenen Körpers mittels digitaler Technologien betreiben. Wir treffen Menschen, die Daten zum eigenen Bewegungs- oder Essverhalten mithilfe bestimmter Armbänder und Apps festhalten und teilen, solche, die sich mit dem Smartphone am ausgestreckten Arm bei den verschiedensten Aktivitäten selbst ins Bild rücken, oder jene, die sich beim Schminken oder Heimtraining selbst filmen und diese Videoclips im Internet veröffentlichen. „Self-Tracking“, „Selfies“ oder verschiedene YouTube-Trends sind nur einige Beispiele für Praxen, in denen offenbar zwei gesellschaftliche Entwicklungen konvergieren: Zum einen die zunehmende Mediatisierung von Lebenswelten, zum anderen die vermehrte Selbstthematisierung im Kontext einer kontingenten und reflexiven Moderne. Hierbei fällt auf, dass auch der menschliche Körper davon nicht unberührt bleibt, sondern auf verschiedenste Weise involviert, diskutiert, beschäftigt, geformt und präsentiert wird. Es stellt sich nun die Frage, was dies für Körper und Selbst bedeutet?


Der Workshop...

bringt Forscher*innen aus Geistes- und Sozialwissenschaften, Kulturwissenschaften, Medienwissenschaften, Sportwissenschaft u.v.m. zusammen um den interdisziplinären Austausch zu forcieren. Er versteht sich als Anlass zur Exploration und zum kritischen Dialog entlang geteilter Forschungsinteressen und -gegenstände. Ziel ist es, aus dem zunächst weiten Spektrum an Perspektiven und ‚Zugängen‘ durch intensive Auseinandersetzungen mit den Arbeiten der Kolleg*innen neue Fokussierungen entstehen zu lassen.

Im Zentrum...

steht die Gelegenheit, sich differenziert mit Fragen zur Selbst- und Körperkultur in den skizzierten neuen Praxen zu beschäftigen. Gefragt wird nach den somatischen Dimensionen medialer Praktiken, nach den medialen Formungen und Formatierungen von Körpern und Körperverhältnissen und nach den (Selbst-)Realisierungen und (Selbst-)Aufführungen verkörperter Subjekte.

Die Umsetzung...

erfolgt in einem Werkstatt-Format, bei dem keine klassischen Vorträge gefragt sind, sondern Arbeitspapiere vorgestellt und gemeinsam diskutiert werden.

Die Arbeitspapiere werden den Teilnehmenden im Vorfeld zur Vorbereitung zur Verfügung gestellt. Beim Workshop erfolgt die ausführliche Diskussion der Beiträge jeweils im Anschluss an den impulsgebenden Kommentar eines "critical friend".